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CONRAD FRITZSCH ist immer da, wo vorn ist. Und am liebsten dort, wo sich keiner auskennt…

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credits all pictures:Yuna Yagi

Die FTD nennt ihn einen KREATIVEN ZERSTÖRER und das ist wohl ein Kompliment.

Conrad Fritzsch hat mit tape.tv nichts Geringeres vollbracht, als das MUSIKFERNSEHEN DER NEUEN GENERATION auf den sich gerade formenden Web TV Markt zu werfen. Das Ergebnis bringt aktuell sowohl MTV und VIVA als auch YouTube gehörig ins Schwitzen und tape.tv zum wachsen.

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credit: tape.tv

Es muss sich verdammt gut anfühlen, kreativ zerstörerisch die eigene Werbeagentur zu verlassen, um sich in knapp neun Monaten zum heiß gehandelten WEB ENTREPRENEUR zu katapultieren. Anstatt gekonnt vor ganzen Marketingabteilungen die kreative Klaviatur für Schokoriegel, Blubberbrause und Biermarken abzuspielen, nun mal eben die heißesten digitalen Werbeformate zu entwickeln und dafür von den Media-Agenturen dieser Nation sehr lieb gehabt zu werden. Wie es sich allerdings anfühlt,  das fancy Büro mit dem frei schwebenden Konferenzraum gegen ein altes Fabrikgebäude in Weißensee einzutauschen und ein Team zu führen, dass von außen betrachtet aussieht wie ein Haufen ziemlich cooler Musikfestivaltypen, das interessiert mich dann doch am allermeisten.

Yuna und ich haben uns aufgemacht, Conrad und tape.tv einen Tag lang zu begleiten. Gesucht haben wir nach dem KREATIVEN GEHEIMNIS von tape.tv. Gehabt haben wir eine Menge SPAß. Und gefunden haben wir eine gehörige Portion HINGABE.

Ein Tag im Leben von tape.tv

WAS SIND DEINE MORGENDLICHEN ESSENTIALS?

7.30 Uhr Uhr meet the SCHÄTZCHEN: Mein Auto, der tape.tv Sympathieträger
7.40 Uhr Aufwachen beim täglichen REALITÄTS-Check auf dem Weg nach Weißensee…
8.00 Uhr FILTERKAFFEE und Schreibtisch aufräumen
…und in äußersten Luxus(-pausen-)fällen: Cappucchino und Käsebrötchen im ersten Haus am Platz: Goldhahn & Sampson

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DIE KREATIVE ZELLE(N)
Augen zu, Treppe hoch und: Welcome to the digital age! Das tape.tv Office – an einem Sonntag. Hier sitzen sonst 16 ganz schön junge, ziemlich coole Jungs und Mädchen, die zusammen mit Conrad und Stephanie Renner, seiner Geschäftspartnerin, die Zukunft des Musikvideos gestalten.

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WARUM WEIßENSEE???
Ich wollte ein Stück EHRLICHES OST-BERLIN: raus aus Pregnant Hill, weg aus der heilen Welt. Ost-Berlin und nicht Kreuzberg, weil ich in Mitte geboren bin.

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WIE HAT TAPE.TV DEIN LEBEN VERÄNDERT?
Ich habe mit tape.tv gefunden, was ich gesucht habe. Ich wollte weg aus einer Branche, die sich vor allem mit sich selbst beschäftigt, hin zu INHALT UND SELBSTBESTIMMTHEIT. Ich wollte Veränderung und Geschwindigkeit und  derjenige sein, der diese treibt.

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DAS UNERWARTETE AUF DEM WEG ZU TAPE.TV?
Es ist so wahnsinnig SCHNELL passiert. Plötzlich war ich der Experte für Bewegtbild, hatte einen 24 h Sender, auf dem jeden Tag 20.000 Leute zugucken! Was ich jetzt weiss, ist, dass auch die CRACKS nur mit Wasser kochen. Es gibt kein GEHEIMREZEPT. Die Dinge werden von Menschen gemacht und nicht von glücklichen Fügungen.

DEIN PLÄDOYER AN DIE NÄCHSTE GENERATION DER KREATIVEN WEB MACHER
Tu es mit HERZBLUT und die Leute werden es lieben. Aber auch, wenn Du zu 1000% daran glaubst und dafür brennst, kannst Du es niemals gegen den Markt tun. Lern die GRUNDSTRÖMUNGEN zu verstehen, auch außerhalb Deines Markts, und denke sie dann RADIKAL neu.

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DAS GEHEIMNIS VON TAPE.TV:
2% INSPIRATION, 98% TRANSPIRATION. Wer es sich bequem macht hat verloren. Such Dir schlaue Berater und hör auf sie. Und. Sei Dein eigener bester Entertainer.“

CONRADS LINKS
Tape.tv

Financial Times Deutschland
CQ Magazin
ZITTY

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source: weitertanzen

ICH TREFFE EIN BERLINER IT-GIRL! So jedenfalls hat das Sportswear International Magazine beschlossen, Friederike Jehn zu nennen. Ein Es-Mädchen, das als hoffnungsstarke Nachwuchsregisseurin und Drehbuchautorin gestern Abend ihren Debütfilm „Weitertanzen“ nach Berlin brachte. Und dazu „einfach all ihre Freunde“ eingeladen hat. Sie ist gespannt und ein wenig nervös als wir uns im Lieblings-Café die Hände reichen. Sie wirkt vertraut, wahrscheinlich haben wir uns desöfteren irgendwo nachts an den gemeinsamen Berliner Orten gesehen. Und ich schwanke zwischen einfach mit ihr losreden und zu schaun wie sie so als gleichaltriges Mädchen ist und einer gewissen Ehrfrucht: ICH HABE NOCH NIE EINE RICHTIGE REGISSEURIN INTERVIEWT!

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Also erstmal zu den professionsbedingten Dingen fragen: Friederike Jehns Weitertanzen hat im vergangenen Oktober den renommierten Eastman-Förderpreis in Hof gewonnen. Koproduziert mit der Talentreihe „Debüt im Dritten“ des SWR ist sie hier mit ihrem 90 Minüter angetreten. Ihr erster, nach einigen zuvor gedrehten Kurzfilmen. Dass sie den mit 4000 Euro für Kodak Filme dotierten Förderpreis gwann, damit hatte wohl keiner gerechtet.

source: Hofer Filmtage

Sie war der UNDERDOG, auf den niemand gesetzt hatte. Sie meint sogar, dass keiner der dort anwesenden Journalisten Weitertanzen gesehen haben mag. Man findet zumindest kaum eine Kritik im Internet.

Heute Abend also BERLIN, ihre Wahlstadt, in der sie lebt und auch bleiben mag. In der sie bereits an drei neuen Projekten arbeitet, die „SIE ALLE MACHEN WÜRDE“, wenn sie das Go dafür bekäme. Es mangelt nicht an Ideen, Schreibkunst und Durchhaltevermögen. Friederike Jehn ist beim Schreiben des Drehbuchs zu Weitertanzen durch einige DUNKLE TÄLER gewandelt. Die Idee, eine Geschichte zu erzählen, die von einem fast selbstzerstörerischen Sicherheitsdenken handelt, das Maren, die Hauptdarstellerin, alles tun lässt, was gerade noch so auszuhalten ist und die dabei immer mehr verliert. Sich selbst und ihre Liebe, Arno, den sie einen GRAUSAM LANGEN TAG lang versucht zu heiraten. Dieses Dilemma hat Friederike Jehn immer wieder dunkel werden lassen, die Szenen düster und verworren. Sie wusste, so geht das nicht und fand nach und nach eine Brücke: sie beschloss, nur noch Szenen zu schreiben, die sich für sie selbst richtig anfühlten, die auch Spass machen und sich von dem Bund an filmischen Theorien in ihrem Kopf entfernen durften. Sicher war sie natürlich nie, ob ihr Film ankommen würde. Vorallem bei den Menschen, die ihr nah waren und sind. Und deshalb hatte ihr Herzklopfen keineswegs seinen Höhepunkt bei der Verleihung in Hof, sondern dann, als sie Weitertanzen ihrem Team vorstellte. Das mit der guten und schlechten Kritik ist sowieso so eine Sache: die gute nimmt man so hin, die schlechte tut weh. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem man beschließt, dass ein Film auch polarisieren darf und im Fall von Weitertanzen wohl auch muss. Der Grund manifestiert sich ganz gut in der Auswahl der HAUPTDARSTELLERIN.

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source: Marie-Christine Friedrich

Friederike Jehn hat sich hierfür über neun Monate Zeit genommen, bis es bei Marie-Christine Friedrich Klick gemacht hat. Was sie suchte und fand war die Präsenz von zwei eher gegensätzlichen Polen: EINE FRAU MIT ABGRUND UND ZUGLEICH POSITIVER STÄRKE. Denn nur so jemand kann den Film tragen, der von diesem Mädchen handelt, das alles dafür tut, um ganz sicher sein zu dürfen. Ihre Liebe Arno, ein großartiger Barnaby Metschurat, verspricht ihr dann auch sie zu 2 000 000 000 % festzuhalten und dies in einem rauschenden Hochzeitsfest kumulieren zu lassen. Das was, sich so spitzenmäßig rüschenhaft anhört wird vo Friederike Jehn SKURIL GEBROCHEN. Durch ein fast verfallenes Grand Hotel im dunklen Schwarzwaldt, dem örtlichen Tennisclub, Freunde von Arno, die glattgegelt der Braut auf grausam indifferente Weise begegnen und ein Ex-Freud, Stipe Erceg, der scheinbar die Traumlösung am Ende ist. Friederike gelingt es aus einem großen Traum einen sich von SUBTIL ZUM FAST SURREAL ANMUTENDEN ALPTRAUM zu machen.

Während des Films, der mich, auch aufgrund unübersehbarer typischer schwäbischen Spitzen, ganz schön BEKLOMMEN machte, ist es irgendwie tröstlich an ihre Erzählungen vom Nachmittag zu denken. An die Menschen aus Freudenstadt, die als begeistere Komparsen agierten und hierfür extra Urlaub nahmen. Oder die Motoradfahrer, die zufällig am Hotel vorbeifuhren und von der Crew direkt gebucht wurden. Das Ergebnis ist eine Eingangsszene mit einer schwanenhaft anmutenden Maren auf genau diesem Mobil. Und: sie trägt dabei diesselbe weiße Lederjacke, die in meinem Schrank hängt. Muss sie gleich mal suchen gehn…

weitertanzen1 source: weitertanzen

NACH DEM FILM BIN ICH HIN UND HER GERISSEN, schwanke zwischen Beklommenheit und Hysterie. Erstere geht auf Weitertanzen zurück, zweitere auf den unglaublich komischen und gleichzeitig FREMDBESCHÄMENDEN AUFTRITT der Babylon Mitte Dame, die da versuchte mit der Filmcrew vor diesem samtroten abgehalfterten Vorhang ein Interview zu führen. Man muss sich das so vorstellen: eine Mischung aus gealterter Ballettänzerin und überstudierter Sozialwissenschaftlerin trifft auf eine Stimme, mt der man zweifellos eine großartige Karriere in der TELEFONSEXBRANCHE machen würde. Dazu ein paar Fragen, die so unglaublich inhaltsleer waren, dass meine komplette Sitzreihe am liebsten unter die Stühle gekrochen wäre. Wäre da nicht Barnaby gewesen, der Herz auf der Zunge mäßig Dreh- und Castinggeschichten zum besten gab, der Abend hätte schal geendet.

Um abzuschließen: was Frierderike da an Potenzial gezeigt hat, fand ich beeindruckend. Zweifellos hat sie da was, was man Talent nennt. Also her mit den Produzenten, Verleihern und sonstigen Geldgebern: DA IST JEMAND MIT DEM IHR RECHNEN SOLLTET.

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