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Posts Tagged ‘Gipfel der Kreativität’

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Mario Testino, "French Touch" Vogue Paris June/July 08

ADC BEOBACHTUNGEN FOLGE 2

Ich hatte dieses Wochenende das Vergnügen, Mario Testino auf dem ADC Gipfel der Kreativität zu lauschen. Und war überrascht.
Hineingegangen war ich in den alten Kosmos Kinosaal mit diesem leichten Unbehagen, das einen überkommt, wenn man ein Celebrity vor sich hat, das schon mindestens zehn Mal um die Welt gejettet ist. Damit meistens, all das vermeintlich Wichtige gesehen zu haben überzeugt ist und als Promi-Knaller auf einen Kongress eingeladen wird.
Ich bereitete mich also innerlich auf einen Testino vor, der zwischen Arroganz und einem Gelangtweiltsein changieren würde. Und ging nach 60 Minuten mit einem breiten Grinsen im Gesicht hinaus in die Berliner Sonne. Cool guy, dieser Testino!

Hier sind ein paar Mario Testino Ansichten über die Inspiration, das Arbeiten, Geld und Tom Ford.

testino_web1 „I love provoking. I like to take it to the moment where you could have it but I don’t take it.“

„Tom Ford goes a little bit further…“

Als Testino ein Nacktfoto von Demy Moore und Ashton Kutcher schießen sollte, und beide zunächst ihre Kleidung anbehalten wollten: „Do you wanna be remembered like that?!“

„It is good to be pushed.“

“ The experience is what you live. Enjoy it.“

„I am inspired by curiosity.“

„I visit artists studios everyday.I am obsessed!“

„I live in London. L.A.. Berlin. NYC….“

“ I always had an interest in fashion. It gave me the only possibility to express myself in Peru.“

“ Technique sometimes takes away the magic of spontaneity. Light perfect – girl gone. In my case incorrectness is often the better.“

“ I look what do I remember, Emotion is the thing that lingers.“

“ I am expensive. Because I need a lot of help.“

„I do care if my clients sell or not.“

“ There is a new order. I used to travel with 7 people. Now there is often just me and one other. It is good because it brings it down to the bare essentials.“

“ I am about quantity as well… 8 books of me are going to be released at once. Maybe I do  a book on Germany. All of you being naked…“

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Der Art Directors Club Deutschland ist nicht mehr der Art Directors Club Deutschland. So steht es zumindest im  bunten Programmheft. Weg will der ADC vom „elitären Elfenbeinturm“, weg von der Reduktion auf selbstverliebte Award Shows und hin zu Dialog, Ausbildung und Vernetzung. Der ADC wäre nicht der ADC würde er seinem Imagewechsel nicht auch einen hübschen Namen verpassen: Willkommen zur KREATIVEN REVOLUTION. Willkommen zum ADC Gipfel der Kreativität an einem Freitagmorgen in Berlin.

Okay. Nicht schlecht. Ich bin also gestern Morgen losgegangen, um zu entdecken wie sich Revolution in kreativ anfühlt. Jetzt sitze ich hier mit einem prall gefüllten Säckchen aus Erlebnissen, mit einigen Guten fürs Kröpfchen und den weniger spannenden fürs Töpfchen. Oder war das umgekehrt? Meine Lieblingskernchen zusammengefasst:

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Dominik Veken

Mario Testino

Mario Testino

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Paul Bennett

  • die leicht zooartig anmutende Präsentation der Digital Native Spezies – zum Anfassen
  • eine atemberaubenden Präsentation von Paul Bennett, Managing Partner IDEO zum Thema Thougtless Communication
  • ein super erfrischender Mario Testino
  • einem Dominik Veken, Geschäftsführer und Chefstratege bei Kolle Rebbe Werbeagentur, der den Horizont für eine Zukunft, die den Idealisten gehört, aufspannt
  • und einem horizonterweiternden Interview mit Till Hohmann, Kreativchef
    Memac Ogilvy&Mather Dubai,
    der auszog um die Kreatitvätsbranche nach Dubai und dem Rest Arabiens zu bringen.

Hier ist mein persönlicher Essenzkörner-Mix aus dem WHATWOWWHY des ADC Gipfels der Kreativität:

FOLGE 1: DIGITAL NATIVES IN ECHT


Friedrich von Zitzewitz, Kreativchef bei Plan.Net, präsentierte die kreative Revolution in Form von echten Digital Natives bzw. deren Vorfahren live aus unserer Showbühne. Die Internetgesellschaft zum Anfassen sozusagen. Das Motto „The Revolution will not be televised“, denn sie kommt, ganz klar, aus den digitalen Medien, und hier ist noch gehörig Luft nach oben. Solange Agenturen und Marketingabteilungen das Internet als Kanal anstatt als Kommunikationstool mit zwei Enden begreifen, solange sie auf Buzzwörter wie WEB 2.0 erst dann reagieren, wenn sie schon überstrapaziert auf der digitalen Müllhalde liegen, solange für das Netzt gearbeitet wird anstatt im Netz, solange wird die kreative Revolution wohl verschoben werden müssen. Aber halt, es naht Unterstützung. Warum nicht Phänomene wie z.B. Blogger genauer unter die Lupe nehmen, um durch Anschauungsunterricht zum wahrhaftigen  Teil dieser Internetgesellschaft zu werden? Gesagt getan, Vorhang auf und Applaus für Marlene Duffy:

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Da steht sie, die Pop-Sommelière Deutschlands, welche mit ihrem Videoblog Bottleplot, ziemlich Furore macht. In der Tat verkörpert Marlene Duffy die so zeitgemäße Mischung aus kreativen Unternehmertum, möglich gemacht durch die unglaubliche Durchschlagkraft der digitalen Selbstvermarktung. Heute testen wir mit ihr Weine mit Vögel auf dem Eitkett, erfahren wie sich Kirschen und Rosenblüten zu einem Hauch von Waldaromatik mischen, lachen etwas gezwungen über Friedrich von Zitzewitz, der Glas für Glas hinunterschluckt anstatt es sittsam in den dafür vorgesehen Eimer zu spucken und werden so ganz nebenbei zum Contentlieferant für Bottleplot.

Entertainment Faktor: ♥♥♥, Revolutionsgefühl —-

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Das Highlight der Internetwesen-Show ist dann Jonathan Imme, ein waschechter Digital Native, mit dem ich ein paar Wochen zuvor das Vergnügen hatte ein Büro zu teilen. Jonathan ist Teil der Digital Native Crew von Palomar5 und wird diesen Herbst für die Deutsche Telekom ein Innovationscamp leiten, das Digital Natives aus der ganzen Welt für sechs Wochen zu Themen wie die Jobstrukturen der Zukunft zusammen führen wird. Er erklärt uns heute die Gattung der Digital Natives mit diesem Unterton, den wir selbst drauf haben, wenn wir der Oma aus unserer Lebenswelt berichten.

In Kurz: Das Internet ist für die Digital Natives nicht die zweite, sondern die erste Heimat. Oder wie es später dann auf dem Wirtschaftspanel formuliert werden wird: „Die haben ja nur das Internet“….Digital Natves fühlen keine Bruchstelle mehr zwischen online und offline. Sie redet nicht mehr übers Internet, sie leben es einfach und das vernetzt. Verändern tut das so ziemlich alles: wie man denkt, wie man kommuniziert, wie man arbeitet und wie man lebt. Kollaboration ist kein Schlagwort, sondern Selbstverständlichkeit, Teilen ist das neue Geben und den Unterschied zwischen Arbeiten und dem, was wir früher Freizeit nannten, der ist auch verschwunden. Fragen wie: Warum darf im Pitch immer nur einer gewinnen? Waum arbeiten zwei Agenturen mit großen Ideen nicht einfach zusammen? sind für die Digital Natives kein Ausdruck für Naivität sondern eher für echte Verwunderung.

Die Kreativität der Zukunft wird ohne Zweifel stärker vernetzt und kollaborativ stattfinden. Und das bedeutet: es braucht neue Modelle: was den Erlös aber auch was den Anspruch an Freelancergefühl trotz Festanstallung betrifft.
Entertainment Faktor: ♥♥♥, Revolutionsgefühl ♥♥♥

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